Das Festival
1. Was sind die Emmentaler Filmtage?
2. Kurzfilm im Spannungsfeld von Kommerz ...
3. ... und Kunst
4. Kurzfilm zum Eintauchen
5. Das Filmprogramm & "Film à la carte"
6. Das Emmental ...
7. Kein Wettbewerb
8. Freier Eintritt
9. Kollekte zugunsten der Filmschaffenden
10. Für Menschen mit eingeschränkter Mobilität
1. Was sind die Emmentaler Filmtage?
Die Emmentaler Filmtage sind ein Festival, welches sich ausschliesslich dem schweizerischen und internationalen Kurzfilm widmet.
Die auf 7 Leinwänden gezeigten Filme dauern maximal eine Stunde, sind aber in den meisten Fällen zwischen 5 und 15 Minuten lang.
Der Kurzfilm fristet trotz einiger Verbesserung nach wie vor ein Nischendasein. Weder im Kino noch im Fernsehen findet dieses Medium wirklich Beachtung. Zu Unrecht: Tatsache ist, dass im professionellen Filmschaffen weltweit Jahr für Jahr deutlich mehr Kurzfilme als Langspielfilme entstehen*. Die internationale Kurzfilmkultur zeugt von einer kaum zu übertreffenden Vielfalt und Qualität.
Im Oktober 2010 sind die Emmentaler Filmtage zum ersten Mal durchgeführt worden. Sie haben auf Anhieb Beachtung beim Publikum gefunden.
Sie sind der erste grössere Kurzfilmanlass in der Schweiz, welcher in einer ländlichen Region durchgeführt wird. Auch inhaltlich unterscheiden sich die Emmentaler Filmtage von anderen Festivals: sie haben keinen Wettbewerbscharakter, der Eintritt ist frei, die Kollekte geht vollumfänglich an die MacherInnen der gezeigten Filme und die Vorführräume haben alle einen ganz eigenen, aussergewöhnlichen Charme.
Der Anlass wird aus privater Initiative durchgeführt und ist zu Gast im Kulturwerk Rüttihubelbad, Walkringen.
* Beispiel Schweiz 2009: Es sind 437 Kurzfilme & 29 Langspielfilme (20 davon sind internationale Koproduktionen) produziert worden. Quelle: Fachverband SwissFilms. Erhoben anhand der Filmeinreichungen an den wichtigsten Schweizer Filmfestivals.
2. Kurzfilm im Spannungsfeld von Kommerz ...
Schweizerisches und internationales Kurzfilmschaffen ist Quelle der Inspiration und ein wichtiges, oft unterschätztes Standbein der Filmkultur. Angehende Filmschaffende (bis hin zu Oscar-Preisträgern) greifen auf dieses Medium zurück. Warum? Der enorme finanzielle Druck, der heute auf der Filmindustrie lastet, verhindert oft eine echte Belebung und Weiterentwicklung des Langspielfilms. Dazu kommt die Übermacht der Unterhaltungsindustrie wie z.B. Hollywood.
Es ist fast unmöglich, dass ein Film seine Produktionskosten an der Kinokasse wieder einspielen kann. Die daher benötigten, privaten und staatlichen Fördermittel sind knapp und so werden sehr viele vielversprechende Projekte nie Realität. Mit kostengünstigeren Kurzfilmen kann sich die Filmkunst freier und auch schneller entfalten. Junge KünstlerInnen und angehende Filmschaffende, können das «Filmhandwerk» erlernen und dabei eigene Ideen und Stile realisieren.
3. ... und Kunst
Der Fortschritt der digitalen Filmtechnik und Innovationen zugunsten des Low-Budget-Films führen teilweise zu enormen Veränderungen im Filmschaffen. Professionelle Filmtechnik wird auch für kleinere Produktionen erschwinglich.
Der Kurzfilm verliert seine (schon fast wieder stereotyp anmutende) Rolle des Mediums fürs kleine Budget und wird vermehrt zum Befreiungsschlag gegen starre, eingeschliffene Regeln des Kinofilms, wie z.B. dessen klassische Dauer von 90 bis 120 Minuten. Diese wird zunehmend als Korsett erlebt und nicht mehr als ein erstrebenswertes Ziel betrachtet. Manche Dinge lassen sich in 5 Minuten abschliessender und besser darstellen als in 2 Stunden.
Das Internet bietet hier Hand und eröffnet neue Perspektiven. Abgesehen von öffentlich zugänglichen Videoplattformen, die sich explizit an Filmschaffende richten (z.B. Vimeo) entstehen nun auch alternative Vertriebskonzepte, bei denen deutlich mehr Chancengleichheit vorherrscht und der Film wieder durch seine inhaltliche Kraft überzeugen kann ... und nicht durch seinen kommerziellen Wert.
Die meisten von uns gezeigten Filme dauern 1-20 Minuten. Konsequenterweise öffnen sich die Filmtage nun auch für das wachsende Genre der Filme, die zwischen 30 und 60 Minuten dauern und die in der Festivallandschaft gegenwärtig nur wenige Plattformen haben.
4. Kurzfilm zum Eintauchen
Die Emmentaler Filmtage sind ein Wohlfühlfestival. So wie die Festivalzentrale sind auch die Vorführräume stimmungsvoll eingerichtet. Die unterirdische Quellfassung, ein alter Weinkeller, die Bibliothek oder der architektonisch virtuose Pavillon unterstreichen durch ihre ganz eigene Ambience das Filmerlebnis.
Die Filme sind in Blöcke aufgeteilt, welche ca. 50 Minuten dauern. Es gibt damit genug Möglichkeiten, eine Pause einzulegen um das Gesehene in Ruhe zu verdauen. Etwa im gemütlichen Restaurant, der Cafeteria oder auf der weitläufigen und idyllischen Anlage des Rüttihubelbads mit Aussicht auf die Berner Alpen ...
5. Das Filmprogramm & "Film à la carte"
Das Filmprogramm ist flexibel und publikumsfreundlich aufgebaut. Ziel ist, dass jeder Besucher und jede Besucherin sich ein eigenes Filmprogramm zusammen stellen kann. Daher werden die Filme 2-3x täglich vorgeführt. Sollte trotzdem ein Film verpasst werden, hilft unser Angebot "Film à la carte". Auf einer separaten Leinwand präsentieren wir ihre Wunschfilme aus dem Programm. An der Festivalzentrale nehmen wir gerne ihre Wünsche entgegen, um sie gemäss Verfügbarkeit der "Film à la carte"-Leinwand ins Programm aufzunehmen.
6. Das Emmental ...
... hat mit seinen Hügeln & Tälern, seinen Farben & Gerüchen, seinen Häusern & Menschen, seiner Sprache & Melodie einen ganz eigenen Rhythmus. Das Emmental ist mehr als ein Wort, es ist ein Lebensgefühl. Und dieses ist an den Filmtagen spürbar. Die besondere Ausstrahlung des Emmentals repräsentiert die Botschaft des Anlasses: keine Hektik & kein Berieseln. Stattdessen Genuss & Erleben. Kurzfilm zum Eintauchen.
7. Kein Wettbewerb
Bei den Emmentaler Filmtagen werden die Filme nicht bewertet. Schönheit liegt im Auge der BetrachterInnen.
8. Freier Eintritt
Die Emmentaler Filmtage sind ein Non-Profit-Filmfestival.
Der Eintritt zu sämtlichen Filmveranstaltungen ist frei! Wir sind davon überzeugt, dass jeder Mensch, unabhängig von seiner finanziellen Situation, das Anrecht auf Kunst hat! Dank unseren Sponsoren, SpenderInnen und freiwilligen HelferInnen wird diese Überzeugung an den Emmentaler Filmtagen Wirklichkeit!
Es gibt jedoch eine ....
9. Kollekte zugunsten der Filmschaffenden
Die an den Filmtagen gezeigten Filme entstehen meist unter grossen zeitlichen und finanziellen Opfern der FilmemacherInnen. Nicht selten haben professionelle Kurzfilmproduktionen 6-stellige Budgets und können nur dank Honorarverzicht der Mitwirkenden realisiert werden.
Dieses Engagement möchten wir würdigen, denn Kurzfilme sind eine Bereicherung für die Filmkultur und tragen viel zur deren Weiterentwicklung bei!
An den Filmtagen führen wir daher eine Kollekte durch. Da wir alle Filmbeiträge gleichwertig behandeln möchten, verteilen wir den Erlös gleichmässig auf die MacherInnen der gezeigten Filme.
Für Filme, für die wir eine Verleihgebühr bezahlen, werden keine weiteren Beträge abgegeben.
10. Für Menschen mit eingeschränkter Mobilität
Leider sind zwei unserer Räume nur über Treppen erreichbar. Wir bemühen uns, BesucherInnen mit eingeschränkter Mobilität möglichst gerecht zu werden: jeder Filmblock läuft mindestens 1x auf einer leicht zugänglichen Leinwand. Das "Film à la carte"-Angebot ermöglicht, in rollstuhlgängigen Räumen die Filme ihrer Wahl zu sehen. Wir informieren sie bei der Festivalzentrale über die Zugänglichkeit der einzelnen Räume. Bei Fragen oder Anliegen stehen wir gerne zur Verfügung.






